Samstag, 5. April 2014

Unterwegs in Prag

Im letzten Herbst hatten wir die Gelegenheit zwei Tage in Prag zu verbringen und nun möchten wir euch auf diese kleine Reise mitnehmen:
Prag - auch genannt die "goldene Stadt" oder "Stadt der hundert Türme" hat einiges zu bieten. Als Hauptstadt der Tschechischen Republik zeigt sie sich sehr prächtig mit viel Kunst und Kultur. Wir besichtigten die berühmte Karlsbrücke, die Altstadt, das jüdische Viertel, die hochaufragende Prager Burg mit St.-Veitsdom und die goldene Gasse. Wir besuchten das Vax-Museum und nahmen an einer nächtlichen "Ghost-Tour" teil. Mehr war während unseres Aufenthalts leider nicht zu bewältigen, wir waren sowieso schon von Früh bis spät in die Nacht unterwegs. Das Wetter ließ leider etwas zu wünschen übrig, es war aber trotzdem wunderschön in Prag...
Da es in Prag auch in nur zwei Tagen doch Einiges zu sehen gibt, folgt jetzt eine große Bilderflut...

Die Karlsbrücke mit ihren Touristenmassen und dazwischen die vor sich hinfließende Moldau
Die Karlsbrücke ist eine der ältesten Brücken Europas. Der heilige Nepomuk und 29 andere Heilige zieren die steinerne Brüstung der Brücke.

Altstätter Rathhaus mit astronomischer Uhr
Die Prager Rathhausuhr ist eine weitere Touristenattraktion am Altstätter Ring. Täglich zu jeder vollen Stunde zwischen 9 und 21 Uhr versammeln sich hier die Menschen, um das Schauspiel der "Aposteluhr" zu sehen, wobei in beiden Fenstern der Uhr die Figuren der 12 Apostel erscheinen.

Wunderschöne Häuserfassaden und Statuen in der Prager Altstadt

Bei der Statue auf dem oberen Bild handelt es sich übrigens nicht um einen Ringgeist aus "Herr der Ringe", sondern um "Il Commendatore" eine Figur aus Don Giovanni, der Oper von W.A. Mozart

Kafka-Skulptur und jüdisches Viertel

In Prag trifft man auch fast überall auf Franz Kafka, der in Prag geboren wurde und aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie stammte. Zu seiner Zeit arbeitete Kafka tagsüber als Jurist und verwandelte sich nachts zum Schriftsteller, der stets an seinen Werken zweifelte. Heutzutage liest die ganze Welt seine Werke. Sicher kennt der ein oder andere "Die Verwandlung" oder "Der Prozess", letzteres war ja auch schon ein beliebtes Abi-Thema.


Jüdischer Friedhof
Im ehemals jüdischen Viertel Josefov besuchten wir neben einigen Synagogen auch den jüdischen Friedhof, den wir uns irgendwie ganz anders vorgestellt hatten. Er ist ziemlich klein, so ca. 1 ha groß, enthält über 12.000 Grabsteine und es wird vermutet, dass die Gebeine von ca. 100.000 Menschen dort beerdigt sind. Da es im früheren jüdischen Ghetto keine Erweiterungsmöglichkeiten für den Friedhof gab, liegen die Toten in bis zu 12 Schichten übereinander unter der Erde.
Des Weiteren trifft man hier auf das Grabmal des Rabbi Löw. Er war ein bekannter Rabbiner und Philosoph des 16. Jahrhunderts, außerdem der Erschaffer des Golem, einer zum Leben erweckten Lehmfigur.  Zum Golem (welchen man im Miniaturformat in fast allen Souvenirläden kaufen kann) gibt es auch eine sehr interessante Geschichte, diese aber hier zu erzählen führt jetzt echt zu weit.:( smiley oder so :)?

Prager Burg

Blick von der Prager Burg und St.-Veitsdom, ein Meisterwerk der Gotik innerhalb der Prager Burg
St. Veitsdom
Geht man auf die andere Seite der Karlsbrücke so kommt man nach Mala Strana, eine einst eigenständige Stadt unterhalb der Prager Burg. Das zum Teil über 1000-jährige Wahrzeichen von Prag, die Prager Burg, erhebt sich im Stadtteil Hradschin hoch über Prag. Die Prager Burg ist seit jeher der Sitz des Staatsoberhauptes, heute die offizielle Residenz des Präsidenten der Tschechischen Republik.
Innerhalb der Burganlage befindet sich der mächtige St.-Veitsdom. Die gotische Kathedrale ist der Sitz des Erzbistums Prag.

Goldene Gasse und Haus Nr. 22
Ferner befindet sich angrenzend an die Prager Burg die "Goldene Gasse" mit ihren kleinen Häuschen, in der einst Alchimisten im Auftrag von Rudolf II. Gold produzieren sollten. - Leider ohne Erfolg! Übrigens wohnte später auch Franz Kafka im Haus Nr. 22 in der Goldenen Gasse.

Hübsch gestaltete Läden in Mala Strana
Shop mit wunderschönen Marionetten
Wieder zurück in Mala Strana unterhalb der Prager Burg findet man in den kopfsteingepflasterten Gässchen sehr hübsche Läden, Cafes und vor allem Marionetten bzw. handgefertigte Puppen.

Eine von vielen Absintherien in Prag
Und natürlich stößt man in ganz Prag auch auf die eine oder andere Absintherie. Absinth ist eine hochprozentige Wermutspirituose mit Sternanis, Fenchel und Kräutern, welche außerdem noch Thujon (ein Nervengift) enthält. Absinth gilt als giftgrünes Kultgetränk, welches sich besonders in Künstlerkreisen schon immer an großer Beliebtheit erfreute. Van Gogh soll sich im Absinthrausch ja bekanntlich ein Ohr abgeschnitten haben. Heute darf der Thujongehalt, welcher die Halluzinationen hervorrufen kann, in der EU allerdings nicht mehr als 30 Milligramm betragen, zu van Goghs Zeiten waren es anscheinend 80 Milligramm. Einen Absinth-Cocktail haben wir auch probiert, aber Ohren sind noch alle dran und die berühmte "Grüne Fee" ist uns auch nicht erschienen. Besonders lecker fanden wir das grüne Absinth-Eis.

John Lennon-Mauer
Bevor man Mala Strana wieder verlässt, sollte man sich unbedingt noch die John-Lennon-Mauer ansehen. Sie war ursprünglich einmal eine normale Altstadtwand, die ab den 1980er Jahren mit von John Lennon inspirierten Graffiti und Bruchstücken von Beatles-Songtexten besprüht, bzw. beschrieben wurde. Das originale Portrait von John Lennon ist in der Zwischenzeit jedoch längst unter vielen Farbschichten verschwunden. Die Gedenkmauer steht sinnbildlich für die Ideale der Jugend wie Liebe und Frieden und führte auch bereits zu Konflikten zwischen Jugendlichen und der Obrigkeit in Prag.

Vax-Museum Prag
Eine weitere Attraktion in Prag war für uns das Wax-Museum, an dem wird mehr oder weniger zufällig vorbeikamen und wegen des günstigen Eintrittspreises (wir waren die Preise von Madame Tussauds in London gewöhnt) nicht widerstehen konnten. Das Museum ist allerdings auch wesentlich kleiner. Erwachsene bezahlen 6 Euro und Studenten 4 Euro. Und wir haben es nicht bereut. Man begegnet hier neben Stars (allerdings nicht so aktuell wie bei Madame Tussauds), Helden, Künstlern und vielen anderen auch Prager Berühmtheiten wie Meister Hanus mit seiner astronomischen Uhr, Franz Kafka, Rabbi Löw, dem Golem und auch Alfons Mucha, einem tschechischen Plakatkünstler, welcher ein herausragender Repräsentant des Jugendstils war.


Nächtliche Führung durchs "Mittelalterliche Prag"
Und wenn man schon mal in Prag ist, macht man auch noch die nächtliche "Ghost-Tour" mit. Geführt von einem ziemlich netten Geist begaben wir uns durch die Altstadtgassen bis in tiefe, dunkle Kellergewölbe, wo es dem einen oder anderen schon einen gehörigen Schauer über den Rücken jagte. Jeder, der die Tour bis zum Ende durchsteht, kann für sich dann die gewünschte Todesart auf einer Liste eintragen.
Huuuuu......huuuuu.....
Karlsbrücke bei Nacht
Und zum Schluss noch einmal die Karlsbrücke bei Nacht. Die Touristenströme werden nachts etwas weniger, aber richtig leer wird die Brücke wohl nie.
Leider waren die zwei Tage viel zu kurz. Da Prag auch eine Stadt der Musik ist, Smetana, Dvorak und sogar Mozart hinterließen hier ihre Spuren, wäre es sicher auch interessant einmal ein Konzert oder eine Oper zu besuchen. Leider fehlte uns auch die Zeit in eines der zahlreichen Kaffeehäuser zu gehen, in denen anscheinend schon Persönlichkeiten wie Franz Liszt, Rilke und sogar Albert Einstein ein- und ausgingen. Hier stünde besonders das Cafe Savoy mit seinem prächtigen Goldstuck das nächste Mal auf unserem Programm und die Hemingway-Bar haben wir auch noch nicht gefunden...
Auf dem Rückweg nach Hause konnten wir einen kurzen Blick aus der Ferne auf das berühmte "Tanzende Haus" werfen, das die Prager bald nach der Fertigstellung nach den amerikanischen Tanzstars Ginger Rogers und Fred Astaire  "Ginger & Fred" tauften...

Fazit: War superschön und wir müssen auf jeden Fall nochmal hin !!!

Wart ihr denn eigentlich auch schon mal in Prag? Wenn ja, was habt ihr angeschaut? Könnt ihr was empfehlen?

PS.: Das einzig ärgerliche ist allerdings, dass wir seit der Rückkehr einen Maulwurf in unserem Garten haben. Ob das wohl der " kleine Maulwurf " aus Prag ist? Also vor der Rückreise unbedingt das Gepäck kontrollieren !

Wir hoffen euch hat es auch gefallen...
Liebe Grüsse


6 Kommentare:

  1. Hi, ein wunderbarer Reisebericht...der mich vor allem deswegen interessiert weil ich selbst schon zwei Mal in Prag war. Einmal Anfang April 2008 und dann im Mai 2009. 2008 war ich mit meiner Freundin 3 Tage dort und 2009 war es ein Betriebsausflug. Wir hatten im April dort wunderschönstes sonniges und warmes Wetter, wir hatten wirklich Glück. Es sind ebenso wunderbare Fotos entstanden wie bei euch auch, damals habe ich noch teilweise mit Film und Diafilm fotografiert, den Rest digital. Ja, ich hatte jede Menge Kameras mit. Das hat meine Freundin verrückt gemacht :-)
    Ich habe in eurem Post Sehenswürdigkeiten gefunden, die ich nicht gesehen habe. Zum Beispiel das Vax-Museum oder die John-Lennon-Mauer. Ich nehme das als Anregung für meinen nächsten Besuch in Prag mit, den wird es mit Sicherheit geben. Wirklich eine tolle und schöne Stadt.
    Was ich euch noch empfehlen kann ist zum Beispiel der Aussichtsturm auf dem Petrin Hügel. Sieht ein wenig aus wie der Eiffelturm und ist glaube ich genauso alt und 60 m hoch. Die Aussicht auf die Stadt ist durch nichts zu ersetzen. Auch der Blick vom alten Rathausturm auf die Altstadt und die Teinkirche ist wunderschön.
    Dann gibt es noch das Cafe Hajek, das im London Style eingerichtet ist. Einfach genial. Das Gemeindehaus und den Pulverturm könnt ihr euch auch noch ansehen, die sind gleich nebeneinander. Auch ein großes Einkaufszentrum ist in der Nähe. Entlang der Promenade an der Moldau kann man spazieren gehen und der Wenzelsplatz ist auch sehenswert. Dort gab es damals noch das schöne Cafe Tramvaj. Ein Cafe in einer alten Straßenbahn wo man auch draussen sitzen konnte, direkt am Wenzelsplatz. Habe gehört dass es jetzt nicht mehr dort steht. Wirklich schade :-(
    Zum Abschluß empfehle ich noch das Cafe Imperial. Der Kaffee ist lecker, die Einrichtung sieht aus wie das Schloß Schönbrunn. Und zu jedem Kaffee gab es auch noch Gratis-Krapfen. :-)
    So, ich glaube ich habe jetzt genug geschrieben.
    Ach ja, noch etwas. Wir sind kaum mit der Metro gefahren, wir haben fast alles zu Fuß gesehen. Auch auf den Aussichtsturm sind wir zu Fuß gegangen. Ganz schön anstrengend. Aber das vergisst man, wenn man mal die Aussicht gesehen hat.
    Ganz liebe Grüße aus Wien und Danke für den tollen Reisebericht. :-)
    Danny

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  2. Ich liebe es zu reisen und kann das leider viel zu selten tun.
    Da kommt bei solchen Posts schon ordentlich Fernweh hoch. So ganz nach dem Motto: Ich will her raus und die Welt erleben!
    Danke für die tollen impressions!

    Lieben Gruß ♥

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar :-) Das Gefühl kenne ich gut, viel zu selten hier raus zu kommen.
      Da ich gerade mitten im Examen stecke, bin ich leider zur Zeit mehr oder weniger daheim angebunden und freu mich auch schon riesig auf die Zeit danach - dann kann es endlich wieder auf Reisen gehen! :-)

      Liebe Grüße Jinx

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  3. Hallo Ihr Lieben,

    danke für den Award! Ich werde auf jeden Fall eure Fragen beantworten. Gebt mir noch etwas Zeit! Der Reisebericht ist toll und Prag ist eine tolle Stadt! Ich wünsche euch einen sonnigen Wochenstart.

    Liebe Grüße aus Berlin
    Doreen

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  4. Liebe Doreen,
    wir freuen uns, dass du mitmachst und sind schon gespannt auf deine Antworten :-)
    Danke für das Kompliment zum Reisebericht - das stimmt, Prag ist einfach super! Wir wünschen dir auch noch eine schöne Woche :-)

    Liebe Grüße
    Petra & Jinx

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  5. Hallo, mich würde interessieren in welchem Hotel/Pension ihr übernachtet habt?

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