Mittwoch, 9. Dezember 2015

"Hosch du scho Bredla bacha...?" - Spitzbuben und eine Bommelborte

Ihr Lieben,
unser Schwabenland ist doch immer wieder für einen Schmunzler gut...Stand ich neulich an der Supermarktkasse und bekam ein "lautes" Gespräch zwischen zwei älteren Damen mit. Das ging ungefähr so: "Hosch du scho Bredla bacha? - Ha noi, no koi oinzige!" ...die andere: "I han grad a mol Terrassabredla gmacht, sonscht nix!" Jetzt kurz die Übersetzung: "Hast du schon Weihnachtsgebäck gebacken? - Nein, noch keine einzige Sorte!"...die andere: "Ich habe bis jetzt nur Spitzbuben gebacken, sonst noch nichts!" Spitzbuben heißen im Schwäbischen also Terrassabrötle oder wie der Urschwabe sagt "Bredla" ...auch Rechtsanwaltsbrötle werden sie oft genannt. Ich habe wegen den Namen zwar recherchiert, aber nichts Genaues gefunden, außer dass Spitzbuben ursprünglich aus der Schweiz kommen. Weiss von euch jemand warum sie Spitzbuben oder Rechtsanwaltsbrötle heißen? Terrassenbrötle ist klar, wenn man sie anschaut. Und so sehen unsere Spitzbuben aus...Wir haben nämlich in der Zwischenzeit gebacken.



Und so wird es gemacht:

Das Mehl mit Zucker und der Prise Salz, dem Vanillezucker, der abgeriebenen Zitronenschale und den Mandeln in ein große Schüssel geben und vermengen. Mit den Knethaken des Rührgeräts die Butter oder Margarine in kleinen Stücken und das Ei unterkneten bis ein Teig entsteht. Zum Schluss den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche nochmals mit den Händen gut durchkneten. In Folie gewickelt 1 Stunde kühl stellen. 
Jetzt den Teig nochmals kurz durchkneten und ca. 3mm dick ausrollen. 3 unterschiedlich große Formen pro Plätzchen ausstechen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech im vorgeheizten Ofen bei 200° Grad 8-10 Minuten goldgelb backen. Die Plätzchen gleich nach dem Backen vorsichtig von Blech lösen und mit der Himbeermarmelade (Marmelade etwas erwärmen) zu kleinen Terrassen zusammensetzen und dick mit Puderzucker bestäuben.

Backzeit: 8-10 Minuten bei 200° Grad im vorgeheizten Backofen bei Ober-/Unterhitze.


Aber wir haben nicht nur gebacken, auch die Häkelnadel war schon wieder im Einsatz. Für die Weihnachtsdeko in Jinx Zimmer habe ich für ein weisses Blechtöpfchen zum Aufhübschen eine Bommelborte gehäkelt. Bommel würde auf schwäbisch jetzt "Bebbele" heißen...also gut ich hört jetzt auf...


Hier eine kurze Anleitung für die Bommelborte:

Zuerst eine Luftmaschenkette (so groß wieder Umfang eures Töpfchens ist) häkeln. Es sollte etwas spannen damit es nachher nicht herunterrutscht. Die Luftmaschenkette zum Ring schließen und eine Reihe feste Maschen rundum häkeln und mit Kettmasche schließen.
Jetzt kommen die Bommeln...

1. Für ein Bommelchen 6 Luftmaschen häkeln.
2. In die 4. Luftmasche von oben 4 halb abgemaschte Stäbchen häkeln.
3. Alles zusammen abmaschen.
4. 4 Luftmaschen häkeln...auf dem Bild hab ich eine vergessen, oder man sieht sie nicht...oh.


5. Wieder zusätzlich 4 halb abgemaschte Stäbchen häkeln.
6. Zusammen abmaschen.
7. Jetzt das Bommelchen umklappen und mit einer Kettmasche den oberen Bommelteil mit dem unteren verbinden.
8. 3 Luftmaschen häkeln, 3 Luftmaschen des Randes überspringen und mit einer festen Masche am Rand befestigen. Ab 1. wiederholen.
Es können am Rand auch nur 2 Maschen übersprungen werden, je nachdem wieviel Gesamtmaschen ihr um euer Töpfchen braucht. Hier sollte man vorher durchzählen wie es besser passt.
 

 Jetzt könnt ihr es euch heraussuchen...backen oder lieber häkeln...


...oder darf es noch ein bisschen "Schwäbisch" sein. Für diejenigen, die unseren alten Post "Schwäbisch für Anfänger" noch nicht kennen...hier nochmals der Link.
Den Post verlinke ich jetzt noch bei Tanja's "Des Bloggers liebstes Weihnachtgebäck" und euch wünsche ich weiterhin eine schöne Adventszeit.

eure
verlinkt bei: Shabby Chic and I

18 Kommentare:

  1. Liebe Petra!
    Hei nei i han alleweg kei Luscht des Johr zum Brötke bache ;-)
    Aber ich könnte dir grad so ein Terassenbrötle vom Teller stipizen.
    Sie sehen hinreißend lecker aus.
    Doch wie gesagt ich hab derzeit soviel Trubel mit meiner ollen Eigentumswohnung, dass ich null Prozent Ambitionen zum Backen habe.
    Die Bommelbordüren gefallen mir auch unendlich gut und ich werde es mir merken, denn für die Restleswolle einfach eine perfekte Verwendung.
    Danke für die tolle DIY Idee!
    Ich wünsche dir einen wundervollen Dezembertag ~Susanne~

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  2. Liebe Petra,
    Ein Ausflug in die Heimat *ggg*
    Bredla esse ich für mein Leben gern, es gehört zur Weihnachtszeit dazu.
    Deine Borte gefällt mir sehr gut, eine hübsche Idee.
    Herzliche Grüße,
    Sabine

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  3. Des isch gladd, liebe Petra (hab mal schnell gegoogelt ;-)
    Und ich kann auch nur sagen: "Ha noi, no koi oinzige!"
    Ich hoffe , dass ich überhaupt noch dazu komme - Deine Spitzbuben sehen jedenfalls köstlich aus !!!
    Viele Lieblingslandgrüße von Petra

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  4. Gebacken ja, aber auch schon alle wieder aufgegessen.
    Ich glaube, ich muss nochmal ran.
    Deine Plätzchen sehen jedenfalls lecker aus.
    Und nun hab einen schönen Abend und lass es Dir gutgehen,
    lieben Gruß,Nicole

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  5. Ja klar sind das Spitzbuben und bei uns in der Schweiz - ich wusste gar nicht, dass die von hier kommen - sind das meist verschmitzt grinsende Gesichtchen, darum wohl auch der Name. Oder zumindest haben sie in der Deckschicht noch ein Loch, durch das man die Marmelade verheissungsvoll glitzern sieht.

    Alles Liebe
    Livia

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  6. Liebe Petra,
    da würde ich jetzt gerne eine von essen....
    Lecker sehen sie aus.....vor lauter Karten komme ich nicht zum backen....
    Das muß sich am Wochenende aber ändern.....
    Dein Rezept ist auf jeden Fall gespeichert...
    Ganz liebe Grüße
    Jen

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  7. Hallo Petra,oh ja die Spitzbuben gehören bei mir auch zum Weihnachtsgebäck dazu.Am liebsten mag ich sie,wenn sie schon ein paar Tage alt sind,da sind sie schön mürb.
    Die Pommelborte ist klasse,ich habe eure Quasten Idee nach gemacht,super Idee.
    L.G.Edith.

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  8. oje i hu a nu kua bredla bacha. ;D
    nu ka oanzige surtn :P Aber am Wochenende ists soweit ;)
    Deine Anleitung für die Bommelkette hab ich mir abfotografiert, die will ich uuuunbedingt nachmachen - so herzig wie die aussieht ;)
    <3 Martina

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  9. Liebe Petra,

    oh wie lecker sehen deine Plätzchen aus? Köstlich!
    Genau so zuckersüß ist deien Bommelborte. Ich sollte mich doch noch mal mit der Häkelei auseinandersetzen.

    Liebe Grüße aus Berlin
    Doreen

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    1. Vorsicht, das merk ich mir für's Nächste Wichteln Hihi

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  10. Ha noi, hör itte auf. I her des so gern. Da hane redens alle hochdeutsch und nach drei Jahren FN vermiss i des scho a weng. Grins
    Worte wie Beppa und Ausdrücke wie "des hebt itte" kennt doch hier keiner!
    Aber du siehst sicher, der Westfale kommt immer wieder durch.lach!
    Spitzbuben? Ich vermute, weil sie nach oben spitz zulaufen, oder? Eigentlich auch egal wie die Dinger heissen, sie sehen köstlich aus.....und bitte poste doch eine Anleitung für die Bommelborte,ja. Ist ja zu süss.

    Lg
    NICOLE

    Ps ist die Post schon angekommen?

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    1. Liebe Nicole,
      Post ist noch keine gekommen...vielleicht heute - ich geb dann kurz Bescheid, wenn es da ist. Eine Häkelanleitung für die Bommelchen ist schon oben im Post, falls du noch etwas genaueres wissen möchtest, melde dich einfach.

      liebe Grüße
      Petra

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  11. Liebe Petra
    Da siehst du es, aus der Schweiz! :-)
    Terassenbrötchen hab ich noch nie gehört, aber wenn ich mir deine Spitzbuben so anschauen, dann leuchtet mir das Wort schon ein. Die sehen sehr lecker aus!
    Oh Mensch, ich kann immer noch nicht häckeln. Irgendwann lerne ich das noch. Sieht toll aus die Borte.
    Ich wünsche dir einen guten Tag.
    Herzlichst
    Gabriela

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  12. Hallo Petra,
    unsere Spitzbuben haben ein Loch in der Deckschicht, damit man die Marmelade sieht - sie heißen "Hildabrötle" und sind sehr begehrt bei uns in der Familie (die zweite Portion musste bereits gebacken werden).

    Auch wenn deine Bommelborte ganz zauberhaft aussieht, beim Häkeln habe ich mich schon immer etwas schwer getan.
    Dann back ich doch lieber noch die dritte Fuhre Hildabrötle... Puh!

    Liebe Grüße,
    Sabine

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  13. Hallo Petra,
    Ha jo kenn I Terassebrädli. Bei uns gibt´s die nämli au im Badische ge.

    Sind immer die Lieblinge und als erstes weg.
    Die Borde ist ein Traum. Kann leider nicht häckeln...Manno :o(
    Liebste Grüße
    Tanja

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  14. Keine Ahnung, warum diese Kekse so heißen. Lecker sind sie jedenfalls. Vielleicht schaffe ich es dieses Wochenende meinen inneren Schweinehund zu überlisten...
    Und dann wird gebacken!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  15. Liebe Petra,
    na da hast du ja etwas ausgelöst, ich kann ja kaum mehr die Kommentare lesen die du bekommen hast. Schön das du sonst Hochdeutsch schreibst und schön das deine Bilder nicht übersetzt werden müssen, sondern für sich sprechen.
    Ein schönes 3. Adventwochenende für Euch, bis denne (berlinerisch :))

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  16. Hallo Ihr Zwei,
    ich weiß nicht wo ihr im Schwabenland zu Hause seid, bei uns heißen die Bredla "Loibla" und die Terrassen gehören wie die Spitzbuben auf jeden Fall zum Plätzchen-Repertoire!
    Toll auch die Bommelborte, ich bin kein Häkelprofi, will sie aber gerne ausprobieren.

    Schöne neue Woche und liebe Grüße
    Gabriele

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